Sogar aus der Vogelperspektive sind sie zu erkennen, wenn sie durch den Hamburger Hafen flitzen, und den Seeleuten oben an Deck zeigen sie an, wer unten am Kai schon einladend auf sie wartet: Die dicken weißen Lettern „DUCKDALBEN“ auf dem Dach der Fahrzeuge sind nicht zu übersehen. Mit „Tiffi“ in meerblau und „Ducky“ in knallrot hat die Internationale Transportarbeiter Föderation ITF jetzt zwei neue Kleinbusse gespendet. Ein kleines Jubiläum für Clubleiter Jan Oltmanns, denn es sind inzwischen Bus Nummer neun und Nummer zehn, die die Gewerkschaft über die Jahre aus ihrem Wohlfahrtsfonds für den Club finanziert hat.
Bei der Schlüsselübergabe im international seamen’s club in Waltershof betonte der Hamburger ITF-Inspektor Ulf Christiansen den Stellenwert des DUCKDALBEN für die Seeleute, besonders in schwieriger wirtschaftlicher Lage. „Auch die ITF ist gerade in unsicheren Zeiten ein verlässlicher Partner und unterstützt nach Kräften die unverzichtbare Arbeit der Seemannsmission“, versicherte Kapitän Christiansen, der selbst lange Jahre zur See gefahren ist.
Die Leiterin der Billigflaggenkampagne in Deutschland, die am Hauptsitz der Gewerkschaft ver.di in Berlin angesiedelt ist, Barbara Ruthmann, überreichte dem Vorstandsvorsitzenden der Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V., Jürgen F. Bollmann, die Schlüssel.
Dank dieser Kleinbusse – sie können jeweils bis zu acht Fahrgäste befördern -, kann der DUCKDALBEN seinen kostenlosen shuttle-service anbieten. Allein im Jahr 2009 haben etwa 49.000 Seeleute aus aller Welt diesen Fahrdienst von den Terminals im Hamburger Hafen zum Club und wieder zurück zum Schiff genutzt. Nur mit diesem Angebot ist es für die meisten Schiffsbesatzungen überhaupt möglich, in ihrer knappen Freizeit während oft kurzer Liegezeiten von ihrem Wohn- und Arbeitsplatz Schiff herunter und in eine andere Umgebung zu kommen. Ein Abend im Seemannsclub DUCKDALBEN ist häufig der erste „Tapetenwechsel“ seit Monaten. Zugleich bietet sich hier die langersehnte Möglichkeit, mit der Familie in der fernen Heimat kostengünstig zu telefonieren, ins Internet zu gehen, Sport zu treiben, Musik zu machen, Karaoke oder einfach bei einem Gespräch zu entspannen.
Clubleiterin Anke Wibel machte deutlich, wie sehr der Einbruch in der Hamburger Hafenwirtschaft auf die Finanzen des DUCKDALBEN drückt. Um so dankbarer sei sie für die neuen „Schlüssel zur Freizeit für die Seeleute“. Zumal die beiden nun ausrangierten Vehikel schon ziemlich altersschwach gewesen seien. Die beiden hatten in dreieinhalb Jahren zusammen fast 450.000 Kilometer auf dem Buckel. Insgesamt sind die vier Kleinbusse des DUCKDALBEN im vergangenen Jahr 218.573 Kilometer in alle Winkel des Hamburger Hafens gefahren, immerhin ein Areal von fast 7500 Hektarmit 320 Liegeplätzen an über 70 Terminals. Wie der gesamte Fuhrpark der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V., fahren auch „Tiffy“ und „Ducky“ umweltverträglich mit Erdgas.
der neue Seemannsclub im Hamburger Kreuzfahrerterminal
Lange Zeit schien es sehr schwierig, etwas geeignetes zu finden, bis im Februar 2010 die überraschende Anfrage der HafenCity GmbH kam, ob die Seemannsmission sich vorstellen könnte, einen bisher als Kiosk genutzten Container im Kreuzfahrtterminal als Einrichtung für Seeleute und Passagierre zu betreiben.
Die drei in Hamburg ansässigen Vereine, die Deutsche Seemannsmission Hamburg-Altona e.V. , die Deutsche Seemannsmission Hamburg e.V. sowie die Deutsche Seemannsmission Hamburg-Harburg e.V. haben entschieden, dass Projekt gemeinsam anzugehen und die SEAFARERS’ LOUNGE unter der Federführung des Nordelbischen Seemannspfarramtes ins Leben zu rufen. Die katholische Mission Stella Maris unterstützt die Arbeit personell.
In nur achtwöchiger Vorbereitungszeit ist es allen Beteiligten gelungen, die nötigen Vereinbarungen zu treffen, Personal zu finden, die SEAFARERS’ LOUNGE mit Möbeln, Telefonen und Computern zu versehen und für die Gäste zu öffnen. Ab sofort bis zum 27. September steht die Tür für alle Besatzungsmitglieder und Gäste der Kreuzfahrtschiffe offen.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, ist Ihre Spende
Kto.: 11 3000
Der international seamen’s club DUCKDALBEN informiert:
Erfahrungen nach 365 Tagen im Freiwilligen Sozialen Jahr beim DUCKDALBEN – Wechsel der jungen „crew“ – Großes Geburtstagsfest erste Herausforderung für die Neuen
Sechsmal vergeblich über die Elbbrücken, hin und her und wieder auf’s Neue – wie kommt man endlich zum Holthusenkai, um Seeleute mit dem DUCKDALBEN-Kleinbus vom Schiff abzuholen? Und wie bloß findet man wieder zurück nach Waltershof in den international seamen’s club? Ziemlich verzweifelt war Juliane Pinkepank damals im August 2008: „Meine bisherige Autofahrerfahrung war mit dem geliehenen Opel Astra meiner Mutter in Salzgitter, wo so gut wie gar nichts los ist. Und jetzt plötzlich der gesamte Hamburger Hafen!“ Derart ausgedehnt hatten sie sich den Hafen nicht vorgestellt. Auch die 20jährige Kachina Barmbold aus Neuhaus an der Oste schmunzelt heute über ihre Naivität: „Ich dachte, das ist vielleicht ein Terminal mit ein paar Liegeplätzen. Aber so riesig...!“
Hier zwei Bilder von unserem Info Mobil, es hatte seinen ersten Einsatz auf dem Hamburger Hafengeburtstag.
Mitten auf dem Fischmarkt informierten Kpt. Jörg Rowe und seine fleißigen HelferInnen die BesucherInnen des Hafenfestes über die Arbeit der Deutschen Seemannsmission Hamburg Harburg e.V. und des DUCKDALBEN. Das Angebot ein Diplom im Knoten schlagen oder im Rettungsring werfen zu erwerben lockte vor allem die jüngeren Besucher.
Ein tolles Kompliment bekamen die SeemannsmissionsmitarbeiterInnen von einer Seemannsfrau aus Brasilien. "Es ist schön Euch hier zu treffen, mein Mann hat mir immer wenn er in Hamburgo war begeistert von Eurem tollen Seemannsclub erzählt." Vom frühen Morgen bis Mitternacht auf dem Posten, Kapt. Jörg Rowe erklärt Seemannsknoten und berichtet von der Arbeit der Seemannsmission
Offene Sprechstunde für Seeleute
Neuer Gesundheitsservice im "Duckdalben"
Kurze Liegezeiten, lange Wege in den Häfen und Verständigungsschwierigkeiten halten Seeleute oftmals davon ab, mit einem Besuch beim Arzt etwas für ihre Gesundheit zu tun. Das soll sich in Hamburg mit dem heutigen Tag ändern, wenn im "Duckdalben" jeden Montag von 17 bis 20 Uhr eine offene Sprechstunde für Seeleute angeboten wird. Diese ist kostenfrei, anonym, und es bedarf keiner vorherigen Anmeldung.
Das Angebot unfasst unter anderem Grippeimpfungen, Blutdruckkontrolle, HIV-Tests, Hilfe bei Hautproblemen oder Schlafstörungen, bei Rückenschmerzen, Stress oder Depressionen, bei Fragen zu Medikamenten, ferner Tipps zu gesunder Ernährung oder zur Raucherentwöhnung und Beratung bei Alkohl- und Drogenproblemen. Das medizinische Team stellt das Hamburg Port Health Center um Leiterin Dr. med. Clara Schlaich.
In der heutigen Lebens- und Arbeitswelt von Seeleuten hat Romantik keinen Platz mehr. Durchschnittlich 10 Monate sind sie heutzutage auf See, um uns hier in Deutschland über 90% unserer Importwaren zu bringen. Unser Land sehen sie in der Regel nur für wenige Stunden, meist von Bord ihrer Schiffe aus.